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Bomben auf Hameln

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Von den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges bleibt auch Hameln nicht verschont. Zwei verheerende Luftangriffe auf die Weserstadt haben wir hier dokumentiert. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juni 1941 schlagen sechs 250-Kilogramm-Bomben in der Stüve- und Walthausenstraße in Wohngebiete ein. Am 14. März 1945 erlebt Hameln schließlich den schwersten Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs: Über 200 Menschen kommen ums Leben und hunderte werden obdachlos, als mehrere Bomben auf und um den Bahnhof herum nieder gehen. Lesen Sie nach, wo die Bomben einschlugen und sehen Sie, wie die zerstörten Gebiete heute aussehen.

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Der erste konzentrierte Bombenangriff auf Hameln erfolgt in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni 1941. Gegen zwei Uhr fliegen britische Bomber den Bahnhof an, verfehlen aber ihr Ziel: Sechs 250-Kilogramm-Bomben schlagen im Wohngebiet an der Stüve- und Walthausenstraße ein, zwei Häuser werden durch die Wucht der Detonationen völlig zerstört, mehrere benachbarte Gebäude beschädigt. Alarm hatte in dieser Nacht niemand ausgelöst. Die Menschen werden vom tosenden Lärm und der Druckwelle aus dem Schlaf gerissen.

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Frau Wolinski aus dem zweiten Stock der Stüvestraße 24: „Ohne irgendetwas Bestimmtes zu denken, drehte ich mich auf die linke Seite und in diesem Moment krachte es im Nachbareingang. Die Schlafzimmerwand brach über uns ein und begrub meinen Mann und mich unter den Mauertrümmern.“ Erst nach fast zwei Stunden kommen die Retter – zu spät für den Ehemann, der auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt. 24 Bewohner verlieren in dieser Nacht ihr Leben.

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Auch nach dem Angriff vom Juni 1941 fallen Bomben auf Hameln, die meisten allerdings eher zufällig. Alliierte Bomber entledigen sich ihrer Last auf dem Rückflug oder wenn sie von deutschen Jägern verfolgt werden. Und nicht alle Bomben explodieren. Blindgänger gehören zum Alltag des Krieges. Hier wird eine Bombe auf der B217 bei Rohrsen freigelegt.

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Das Foto aus der Dewezet vom 25. Mai 1936 zeigt Angehörige der Hamelner Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes. Aus Anlass des dreijährigen Bestehens der Ortsgruppe posieren die Luftschutzhelfer mit Gasmaske und Löschkarren auf dem Pferdemarkt vor dem Gasthaus „Zum Kronprinz“ (heute das „Haus der Kirche“).

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Kein Ort, an dem man lange verweilen möchte: Zwei Soldaten auf Tuchfühlung mit einer nicht detonierten Bombe in Hameln. Hier sind Berührungsängste angebracht. Noch heute werden bei Bauarbeiten immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, die entschärft werden müssen. 

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Nicht nur Bomben fallen vom Himmel, auch Flugzeuge. Ein Wrackteil, wahrscheinlich das Heck eines britischen Lancaster-Bombers, stürzt in den Hinterhof eines Wohnhauses in Hameln. Am 25. März 1945 wird ein britisches Kampfflugzeug bei Hastenbeck abgeschossen - der Pilot überlebt, wird von einer aufgebrachten Menge aber beinahe gelyncht. 

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Der 14. März 1945 ist ein strahlend schöner Sonnentag. In den letzten Monaten hat der Furor des Krieges Hameln weitgehend verschont. Auch an den Luftalarm hat man sich gewöhnt, die Bomberverbände überfliegen das Weserbergland meist in sicherer Höhe. So bricht auch diesmal keine Panik aus, als um 14.04 Uhr Alarm ausgelöst wird. Wie üblich suchen die Menschen Schutz und wie üblich kehrt der Alltag zurück, als die Gefahr vorüber scheint. Doch an diesem Tag ist nichts wie üblich.

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Zwei Stunden später, die Bahnsteige sind wieder gefüllt, nähert sich von Osten ein einzelner Bomber und setzt ein Rauchzeichen über dem Bahnhofsgelände. Sekunden später gehen Spreng- und Brandbomben, die Ladung von zwölf viermotorigen Maschinen nieder, verwandeln das Gelände um den Bahnhof in ein Trümmerfeld. Um exakt 16.08 Uhr bleibt die Uhr am Bahnhofsgebäude stehen. Sie friert den Augenblick ein, in dem Hameln die größte Katastrophe seiner jüngeren Geschichte erlebt.

In der Luftaufnahme sind die Einschläge am und um den Bahnhof gut zu sehen (rechter Bildschirmrand).

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Als sich der Rauch verzieht, wird das Grauen sichtbar. Die Leichen werden auf dem Bürgersteig gegenüber dem Hotel Sintermann aufgereiht, einige sind so verkohlt, dass sie nicht mehr identifiziert werden können. Die Menschen sind auf offener Straße gestorben, auf den Bahnsteigen und in den unterirdischen Gängen des Bahnhofs, in den Zügen, im Erdstollen an der Deisterstraße oder in ihren Hauskellern in der nahen Umgebung. Zwar gilt der Angriff dem Bahnhof, doch die Schneise der Verwüstung zieht sich auch durch die Wohnviertel in der Deister-, Kreuz-, Schmiede-, Stüvestraße und am Hastenbecker Weg.

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Frieda Laube macht im Hotel „Sintermann“ am Bahnhof eine Ausbildung, sie kümmert sich als Lehrling um das Buffet. Als der Bahnhof angegriffen wird, flüchtet sie mit Kollegen und Gästen in den Keller. Noch heute erinnert sich die 90-Jährige an diesen Moment: „Ich saß im Keller und dachte nach. Das Gebäude konnte jederzeit auf uns stürzen. Frau Sintermann war mit Splittern im Haar in den Raum gekommen. Ich hatte Angst, wollte nur noch raus.“ Als der Spuk vorbei war und sie wieder nach oben gingen, bot sich ein Bild der Verwüstung. „Vor dem Bahnhof sah ich ein riesiges Loch, gleich hinter der Straße neben dem Hotel. Ich hörte, dass alle Menschen, die bei Tabakwaren Schnur angestanden hatten, tot seien.“

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Die Opfer des Angriffs vom 14. März werden sechs Tage später auf dem „Bombenopfergräberfeld“ des Friedhofes Wehl beigesetzt. In der langen Reihe der Bombentoten finden sich auch die sechs Grabsteine der Familie Klecha. Else Klecha und ihre fünf Kinder wohnten in der Straße „Am Güterbahnhof“ und suchten im Erdstollen der Kiesgrube an der Deisterstraße Schutz. Sie wurden von abrutschenden Kies- und Sandmassen verschüttet.

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Text:
Frank Werner

Fotos:

Dana Pollock

Historische Fotos:
Stadtarchiv Hameln

Multimediale Komposition:
Nicole Trodler

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